Weimarer Republik : Geo Epoche: Geo Epoche. Weimarer Republik: Das Magazin für Geschichte. Drama und Magie der ersten deutschen Demokratie: 27/2007: Das Magazin für ... der ersten deutschen Demokratie: 27/2007

Geo Epoche: Geo Epoche. Weimarer Republik: Das Magazin für Geschichte. Drama und Magie der ersten deutschen Demokratie: 27/2007: Das Magazin für ... der ersten deutschen Demokratie: 27/2007

EUR 6,00


Die Jungfraun sind geschänd`t, und wo wir hin nur schaun, - ist Feuer, Pest und Tod, der Herz und Geist durchfähret. ( Gryphius)Der Dreißigjährige Krieg war ein europäischer Religions- und Staatskonflikt, der zwischen 1618-48 ausgetragen wurde. Geo Epoche Nr. 29 befasst sich ausführlich mit den Ursachen und den Auswirkungen dieses verheerenden Krieges, der Verderben und millionenfachen Tod brachte. Neben vielen hochinteressanten Beiträgen zu diesem Thema wartet das Heft mit einer Fülle von Bildern auf, die die Zeit und die Ereignisse vortrefflich visualisieren.Dr. Anja Herold stellt in ihrem Beitrag gleich zu Beginn des Magazins die Phasen des Dreißigjährigen Krieges dar, beginnend mit dem Prager Fenstersturz von 1618, weiterführend mit dem Böhmischen Aufstand und Böhmisch-Pfälzischen Krieg zwischen 1618-1623, dem Dänisch-Niedersächsischen Krieg zwischen 1625-29, dem Schwedischen Krieg zwischen 1630-35, dem Schwedisch-Französischen Krieg, zwischen1635-48 und endend mit dem Westfälischen Frieden am 23.Oktober 1648.Seit der Reformation war das Heilige Römische Reich deutscher Nation in zwei konfessionelle Lager gespalten.Nach einem erregten Wortwechsel warf am 23.5.1618 eine Gruppe böhmischer Adeliger zwei habsburgische Stadthalter aus dem Südwestfenster des grünen Zimmers der Böhmischen Kanzlei im Prager Hradschin.Der Prager Fenstersturz markiert den Beginn des Dreißigjährigen Krieges. Walter Saller erläutert in seinem Beitrag sehr detailliert und gut nachvollziehbar den Sturz in die Katastrophe und berichtet von der Schlacht am Weißen Berge( 1620), wo sich die Truppen der kaiserlichen Koalition und der protestantisch- böhmischen Armee Friedrichs V. gegenüberstanden. Die Entscheidungsschlacht wurde von der kaiserlich-katholischen Allianz gewonnnen. In der Folge übernahmen die Habsburger erneut die Macht in Böhmen. Abgebildet sind ein Stoßdegen, eine Armbrust, eine Hellebarde, eine Radschlosspistole und eine Muskete aber auch ein Dolch, womit die Soldaten zu Felde zogen. Auf die Ablichtung eines Morgensterns wurde verzichtet, obschon genau dieser am besten die Grausamkeit des Krieghandwerks in jenen Tagen dokumentiert hätte.In Magdeburg sterben 1631 Tausende durch die kaiserlich-katholischen Truppen. Der Journalist Philipp Berens berichtet davon, dass das Massaker Verlegern und Druckern gute Umsätze bescherte. Ein weitaus größerer Profiteuer vom Kriege ist die Stadt Hamburg, die während allerorten Dörfer und Städte geplündert werden, prosperierte. Dort nämlich fanden Kriegherren aller Parteien erfahrene Waffenhändler und bezogen von diesen hochwertige Rüstungsgüter. Da Hamburg neutral und durch gewaltige Wälle geschützt war, geschah deren Bürgern nichts. Dr. Ralf Berhorst berichtet ausführlich von den Aktivitäten der Hansestadt in jenen Tagen und lässt den Leser nicht im Ungewissen, dass es auch in den Kriegen des 17.Jahrhunderts Kriegsgewinnler gab.Albrecht von Wallenstein und Gustav II. Adolf, die beiden großen Feldherren im Dreißigjährigen Krieg trafen in Lützen bei Leipzig 1632 aufeinander. In dieser Schlacht kamen an einem einzigen Tage mehr als 6000 Menschen ums Leben, darunter auch König Gustav II Adolf. Über die Begebenheiten schreibt in Lützen Cay Rademacher packend.Der Beitrag, der mich persönlich am meistens angesprochen hat, stammt von Johannes Strempel. Er berichtet vom Söldnerleben in jener Zeit. Grundlage seines Berichtes ist das Tagebuch Peter Hagendorfs und der Roman von Christoffel von Grimmelshausen. Die beiden Männer gehörten zu den etwa eine Million Söldnern, die im großen Krieg mordend und raubend durchs Land zogen. Bei Grimmelshausen kann man nachlesen wie es auf den Schlachtfeldern zuging. Die Schilderungen sind entsetzlich.Bilderkult und Bilderstürmer werden in der Folge thematisiert, bevor die letzte Phase des europäischen Flächenbrandes, der Krieg gegen Habsburg dargestellt wird. Man liest über das Wirken des katholischen Kardinals Richelieu, der die Protestanten finanziert, weil er die Habsburger mehr fürchtet als die Protestanten. Als Richelieu 1642 stirbt hat er Frankreich zu einem der großen Gewinner des Dreißigjährigen Krieges gemacht. Ulrike Moser erläutert in ihrem Beitrag gut nachvollziehbar weshalb.Der Dreißigjährige Krieg wird nach langen Verhandlungen in Münster und Osnabrück seitens kluger Diplomaten aus ganz Europa durch den Westfälischen Frieden beendet.Mit der Darstellung dieses Kapitels enden die Berichte über die Jahrhundertkatastrophe. Es folgt wie immer ein Überblick über die Zeitläufte und ein kleines Glossar, in welchem Begriffe, wie etwa Restitutionsedikt erklärt werden.Besonders erfreulich fand ich, dass dem Philosophen Rene Decartes zwei Seiten gewidmet worden sind, der in einer Schrift über die Vernunft den Zweifel zum obersten Prinzip der Wissenschaft erhob. Über diesen großen Denker werde ich in den nächsten Tagen eine Rezension verfassen.Geo Epoche 29 kann ich jedem empfehlen, der sich erneut einen Überblick über die Ereignisse des Dreißigjährigen Krieges verschaffen möchte, sofern die diesbezüglichen Erinnerungen an den Geschichtsunterricht schon etwas verblasst sind.Empfehlenswert.

Die europäische Urkatastrophe - Von 1618 bis 1648 wütete mit kurzen Unterbrechngen ein schrecklicher Krieg in Europa und vor allem in deutschen Landen.Die Folgen reichten bis in das 19.Jhd., denn dieser Krieg bedingte, dass Deutschland die verspätete Nation wurde.Sie suchte dann ihren Platz unter den schon länger existierenden Nationalstaaten, die es umgaben. Die Folgen sind weithin bekannt.Der Krieg hinterließ ein zerstörtes, ruiniertes Deutschland. Manche Landstriche waren weitesgehend entvölkert, die Verluste zählten nach Hunderttausenden. Dieser Aderlass konnte auch erst sehr viel später wieder ausgeglichen werden und warf die dt. Bevölkerung weit zurück. Auch die Kleinstaaterei mag eine Folge dieses Konfliktes gewesen sein.Ebenso wurde durch die Annexion Elsaß-Lothringens durch Frankreich die Keimzelle der späteren dt.-franz. Konflikte gelegt.Geo Epoche versteht es, das Thema abwechslungsreich und fesselnd darzulegen.Dazu sorgt die reichhaltige Bebilderung für ein weiteres Eintauchen des Lesers in die Materie.Die bedetensten Feldherrn, Wallenstein und Gstav Adolf werden in verschiedenen Essays lebhaft dargestellt.Die wichtigsten Schlachten erfahren eine vorzügliche Schilderung.Aber auch das Leid der Bevölkerung, die Zerfall der Sitten und die Verrohung des Einzelnen findet statt.Fazit, diese Ausgabe ist ihr Geld auf jeden Fall wert. Eine wichtige Epoche der europäischen Geschichtsschreibung erfährt eine exakte und fesselnde Darstellung.

Notwendige Schritte auf dem Weg zur Demokratie - Die 27. Ausgabe des Magazins GEO-Epoche behandelt die Zeit von 1919 bis 1933 in Deutschland. Eingehend beschäftigt es sich mit der Bildung der Weimarer Republik und deren ersten Präsidenten Ludwig Ebert. Auch die Anfänge der NSDAP vom missglückten Putsch 1923 bis zur Machtübernahme werden aufgezeigt.Aber die Weimarer Republik war mehr als die fast monatlich wechselnden Regierungen. Deutschland war damals in einer Aufbruchsstimmung nach dem Kaiserreich. Sehr deutlich wurde das in Berlin. Es wurden neue Theater und Ausstellungen eröffnet, die die Kunst und Kultur widerspiegelten. Die Ausgabe dieses Heftes mit DVD gibt noch ausführlichere Eindrücke darüber preis.Auch die Wissenschaft hatte in dieser Zeit große Fortschritte. Insgesamt 17 Nobelpreisträger wie Einstein, Bosch oder Planck werden mittels Kurzbiografien vorgestellt. Ein weiteres Kapitel widmet sich der damaligen Kunst, wie sie sich in Gemälden oder Film darstellt. Diese Stimmung wird in bebilderten Reportagen eingefangen. Viele Details wie Plakate, übliche Gebrauchsgegenstände oder Zeitungsausschnitte machen anschaulich, warum letztendlich die Radikalität des allgemeinen Denkens zum politischen Desaster wurde.Wie gewohnt bietet die GEO-Redaktion mit ungewöhnlichen Bildern einen Einblick, die die Epoche lebendig werden lassen. Das Geschichtsmagazin ist eine schöne Ergänzung der Geschichtsbücher, um Abschnitte partiell zu vertiefen. Dieses Heft setzt die bereits erschienenen Nummer 12 Deutschland um 1900 und Nummer 14 Der erste Weltkrieg fort.

Guter Überblick - in mehrere Richtungen - Die Weimarer Republik ist vielen Leuten in der Schule als nicht sonderlich zugänglich erschienen und dies wohl auch deswegen, weil in sehr kurzer Zeit sehr viele sehr unterschiedliche Dinge geschehen.Dieses Heft gibt den Leserinnen und Lesern die Möglichkeit, sich den historischen Ereignissen in ihrer eigenen geschwindigkeit zu nähern und dabei ihre eigenen Schwerpunkte zu setzen - eine kleine geistesübung, de rman sich durchaus unterziehen sollte um das vielleicht Versäumte oder Vergessene wiede rhervor zu holen.Neben den rein historischen Betrachtungen werden auch viele kulturelle Momente aufgegriffen, so dass man ein ziemlich breites Spektrum an wichtigen Eindrücken dieser Zeit bekommt. Diese sind zwangsläufig unvollständig - besonders auf dieser geringen Seitenzahl, können aber sicher zum eigenen Weiterstudium reizen.Sehr zu empfehlen.

Weimar-die erste deutsche Demokratie - Die Weimarer Republik fand zwischen den beiden großen Kriegen des 20-Jhd. statt. Daher spielte sie im Geschichtsbewußtsein der Deutschen eher eine untergeordnete Rolle, oder war höchstens als Steigbügelhalter der braunen Machtergreifung durch Adolf Hitler bekannt.Sie war aber besser als ihr Ruf. Die Deutschen errichteten unter heftigen Geburtswehen ihre erste Demokratie. Revolution, Spartakistenaufstand, Kapp-Putsch,Reperationskosten, Ruhrbesetzung und Hyperinflation konnten noch einigermaßen bewältigt werden, der Weltwirtschaftskrise und den Machtkämpfen zwischen roten und braunen Extremisten erlag sie doch schlußendlich.Das Drama war, dass die Deutschen in verschiedene Gruppierungen zersplittert waren. Monarchisten,Freikorpsleute,Kommunisten und Nationalsozialisten rangen um die Macht und bekämpften gegeneinander und auch gegen die Republik.Die in den zwanziger Jahren erlittenen Demütigungen machten es denn auch den Nationalsozialisten leicht, die Macht zu erobern und zu konsolidieren, denn sie gaben den Deutschen Werte, auf die sie vermeintlich stolz sein konnten.Vielleicht ging es der Weimarer Republik wie einem ihrer Gründungsväter. Als Friedrich Ebert im Februar 1925 verstarb, trauerten Hunderttausende um ihn, die ihm im Leben diesen Rückhalt nicht gaben. Erst nach dem Tode wußten sie, was sie an ihm hatten.Vielleicht ging es der Repubik genauso.Geo Epoche hat einen Stil entwickelt, der den Leser zu fesseln versteht. Alle relevanten Entwicklungen werden dargestellt. Dabei nehmen die politischen Ereignisse naturgemäß den größten Raum ein. Aber auch das kulturelle und wirtschaftliche Leben findet statt. Kunststile wie der Dadaismus, Architektur im Bauhaus-Stil, die Filmwelt von Lubitsch und Lang, Theater von Brecht und Literatur von Tucholsky und , und, und....Am besten hat mir aber der Essay Morgen früh ist Weltuntergang! gefallen, der auch mit dem Hintergrund der Hyperinflation 1923 gesehen wird. Die Menschen feierten und konsumierten was ging, da am nächsten Tag die Mark noch weniger wert war.Ein sehr interessanter Band aus Geo-Epoche, der einen weiteren Glanzpunkt der Reihe setzt. Unbedingt lesen, ich war so gefesselt, dass ich an zwei Tagen alles gelesen hatte.




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